Veröffentlicht am März 15, 2024

Der Schlüssel zur neuen Bestzeit liegt nicht darin, *mehr* zu essen, sondern Ihre Ernährung wie eine eigene Trainingseinheit zu periodisieren.

  • Passen Sie Ihre Makronährstoffe täglich an Ihre Belastung an (der „Teller-Kompass“).
  • Trainieren Sie Ihren Magen gezielt auf die Wettkampfverpflegung, um Magen-Darm-Probleme zu vermeiden.

Empfehlung: Behandeln Sie Ihre Ernährung nicht als nachträglichen Gedanken, sondern als strategische Komponente Ihres Trainingsplans, um Ihr volles Potenzial freizusetzen.

Jeder ambitionierte Ausdauersportler in Deutschland kennt dieses Gefühl: Mitten im Wettkampf, das Ziel vor Augen, macht plötzlich der Magen nicht mehr mit oder die Beine werden schwer wie Blei. Man hat doch alles vermeintlich richtig gemacht – Nudeln am Vorabend, viel Wasser getrunken. Doch die erhoffte Bestzeit rückt in weite Ferne. Die gängigen Ratschläge, mehr Kohlenhydrate zu essen und ausreichend zu trinken, sind zwar nicht falsch, kratzen aber nur an der Oberfläche eines hochkomplexen Systems: Ihres Stoffwechsels unter Belastung.

Die Frustration, die aus solchen Leistungseinbrüchen resultiert, ist oft hausgemacht und wurzelt in einem Missverständnis. Ernährung ist kein statisches Konzept, das man einmal lernt und dann immer gleich anwendet. Was wäre, wenn der wahre Schlüssel zur Leistungssteigerung nicht in der Menge, sondern im perfekten Timing und der strategischen Anpassung Ihrer Nährstoffzufuhr liegt? Wenn Ihre Ernährung selbst zu einer trainierbaren Disziplin wird, die genauso präzise geplant werden muss wie Ihre Intervalle oder langen Läufe? Genau hier setzt die moderne Sporternährung an.

Dieser Leitfaden bricht mit den pauschalen Empfehlungen. Er führt Sie in das System der Ernährungsperiodisierung ein – ein wissenschaftlich fundierter Ansatz, der Ihre Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme Tag für Tag an Ihre spezifischen Trainings-, Regenerations- und Wettkampfphasen anpasst. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die häufigsten Ernährungsfehler deutscher Hobbysportler gezielt eliminieren, von der richtigen Hydrationsstrategie bis zum magenfreundlichen Wettkampfsnack. Machen Sie sich bereit, Ihre Ernährung auf ein neues Level zu heben und die entscheidenden Prozentpunkte aus Ihrer Leistung herauszuholen.

Für alle, die die Kernprinzipien der Sporternährung lieber visuell aufnehmen, bietet das folgende Video einen ausgezeichneten Überblick über die Bedeutung der richtigen Nährstoffzufuhr und aktuelle Trends für Athleten.

Um Ihnen eine klare Struktur für diese entscheidenden Anpassungen zu geben, führt dieser Artikel Sie systematisch durch alle Phasen Ihrer Vorbereitung. Vom täglichen Ernährungsmanagement über das Carboloading bis hin zur perfekten Regenerationsmahlzeit erhalten Sie einen detaillierten Fahrplan.

Nicht jeder Tag ist gleich: Wie Sie Ihre Ernährung an Training, Regeneration und Wettkampf anpassen

Der größte Fehler, den ambitionierte Amateure machen, ist eine statische Ernährung. Ihr Körper hat an einem Ruhetag völlig andere Bedürfnisse als vor einem harten Intervalltraining. Das Konzept der Ernährungsperiodisierung bedeutet, die Zusammensetzung Ihrer Mahlzeiten intelligent an die tägliche Belastung anzupassen. Anstatt stur Kalorien zu zählen, steuern Sie gezielt die Makronährstoffe – Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Während der Energiebedarf von Ausdauersportlern auf bis zu 4000-6000 kcal ansteigen kann, kommt es vor allem darauf an, woher diese Kalorien stammen.

Eine einfache, aber extrem wirkungsvolle Methode ist der „Teller-Kompass“. Dieses visuelle Modell hilft Ihnen, die Proportionen auf Ihrem Teller je nach Tagesziel anzupassen. An einem Ruhetag, an dem die Regeneration im Vordergrund steht, reduzieren Sie die Kohlenhydrate und erhöhen den Anteil an hochwertigen Proteinen und gesunden Fetten. Vor einer intensiven Einheit hingegen füllen Sie Ihre Glykogenspeicher mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit auf. So stellen Sie sicher, dass Ihr Körper immer den richtigen Treibstoff zur richtigen Zeit erhält.

Visueller Teller-Kompass zeigt optimale Nahrungszusammensetzung für deutsche Athleten an verschiedenen Trainingstagen

Dieses Prinzip der Anpassung ist der erste Schritt zur metabolischen Flexibilität – der Fähigkeit Ihres Körpers, effizient zwischen Fett- und Kohlenhydratverbrennung zu wechseln. An leichten Trainingstagen mit einer moderat kohlenhydratreduzierten Ernährung „lehren“ Sie Ihren Körper, Fette als Energiequelle zu nutzen. An harten Tagen stellen Sie durch eine hohe Kohlenhydratzufuhr sicher, dass die maximale Leistung für Sprints und Tempoeinheiten verfügbar ist. Es geht darum, ein intelligentes System zu etablieren, statt blind einer Diät zu folgen.

Mehr trinken ist nicht immer besser: Die Wahrheit über die richtige Hydration und die tödliche Gefahr der Überwässerung

Die Mahnung „genug trinken“ ist allgegenwärtig. Doch für Ausdauersportler kann ein Zuviel genauso gefährlich sein wie ein Zuwenig. Die exzessive Aufnahme von reinem Wasser, insbesondere bei langen Belastungen wie einem Marathon, birgt das Risiko einer Hyponatriämie. Bei dieser „Wasservergiftung“ wird der Natriumhaushalt im Blut so stark verdünnt, dass es zu schweren gesundheitlichen Problemen wie Kopfschmerzen, Schwindel und im Extremfall sogar zu einem Hirnödem kommen kann. Es geht also nicht um maximale, sondern um optimale Flüssigkeitszufuhr.

Eine praxisnahe Studie unterstreicht die Wichtigkeit einer kontrollierten Trinkstrategie: Eine Zufuhr von 100-200 ml alle 15-20 Minuten während der Belastung wird empfohlen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, ohne den Körper zu überlasten. Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge, sondern auch der Inhalt. Elektrolyte, allen voran Natrium, sind unerlässlich, um das Wasser in den Zellen zu binden und die Muskelfunktion aufrechtzuerhalten. Genau hier unterscheiden sich die verschiedenen Sportgetränke.

Für deutsche Athleten stellt sich oft die Frage: Teures isotonisches Getränk oder die bewährte Apfelschorle? Die Antwort ist differenziert und hängt von der Intensität und Dauer der Belastung ab. Eine selbstgemischte Apfelschorle im Verhältnis 3:1 (Wasser zu Saft) bietet eine hervorragende Osmolarität und schnelle Kohlenhydrate, enthält jedoch wenig Natrium. Für intensive Einheiten über 90 Minuten oder bei starkem Schwitzen sind isotonische Getränke oder die Zugabe einer Prise Salz zur Schorle oft die bessere Wahl, wie die folgende Gegenüberstellung zeigt.

Vergleich: Isotonische Getränke vs. Apfelschorle für deutsche Sportler
Getränk Osmolarität (mosmol/l) Natrium (mg/l) Kosten/Liter Verfügbarkeit
Isotonisches Sportgetränk 280-330 400-1100 2-4€ Sportfachhandel
Apfelschorle (3:1) 290-320 20-50 0,50-1€ Jeder Supermarkt
Wasser + Salz Variabel Nach Bedarf <0,10€ Überall

Der perfekte Marathon beginnt auf dem Teller: Der 3-Tage-Carboloading-Fahrplan für maximale Energie am Start

Carboloading ist mehr als nur eine große Portion Nudeln am Abend vor dem Wettkampf. Es ist eine präzise, mehrtägige Strategie, um die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber auf über 100 % zu maximieren. Richtig durchgeführt, kann es den Zeitpunkt der Ermüdung um bis zu 20 % hinauszögern und Ihre Gesamtleistung um 2-3 % verbessern. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus reduziertem Training (Tapering) und einer drastisch erhöhten Kohlenhydratzufuhr in den letzten 72 Stunden vor dem Startschuss.

Wissenschaftliche Empfehlungen, wie sie beispielsweise von der University of Birmingham ausgesprochen werden, sind hier eindeutig: Für ein optimales Ergebnis empfiehlt sich eine Zufuhr von 8-12g Kohlenhydraten pro Kilogramm Körpergewicht in den letzten drei Tagen. Für einen 70 kg schweren Athleten bedeutet das eine gewaltige Menge von 560 bis 840 Gramm Kohlenhydraten pro Tag. Um dies ohne Verdauungsprobleme zu bewältigen, ist die Auswahl der richtigen Lebensmittel entscheidend. Ballaststoffarme Quellen wie Weißbrot, Nudeln, weißer Reis und Kartoffelpüree sind ideal, da sie die Speicher füllen, ohne den Magen-Darm-Trakt zu belasten.

Symbolische Darstellung der Energiespeicherung beim Carboloading für Marathonläufer

Ein häufig übersehener Nebeneffekt: Jedes Gramm gespeichertes Glykogen bindet etwa 3 Gramm Wasser im Körper. Eine Gewichtszunahme von 1,5 bis 2,5 kg während der Carboloading-Phase ist also nicht nur normal, sondern ein klares Zeichen für volle Speicher und eine optimale Hydration am Starttag. Der folgende 3-Tage-Plan bietet eine konkrete Anleitung, die sich in der Praxis für viele deutsche Läufer bewährt hat.

  • Tag 3 vor dem Start: Das Training wird deutlich reduziert (z.B. nur 20-30 min lockeres Laufen). Die Ernährung bleibt noch relativ normal, mit einem Kohlenhydratanteil von ca. 50%.
  • Tag 2 vor dem Start: Kein oder nur minimales Training. Der Kohlenhydratanteil der Nahrung wird auf ca. 70% erhöht. Hauptmahlzeiten sollten aus Nudeln, Reis oder Kartoffeln bestehen.
  • Tag 1 vor dem Start: Komplette Ruhe. Fokus auf leicht verdauliche, ballaststoffarme Kohlenhydrate (Weißbrot, Toast, Kartoffelpüree) und ausreichend trinken.
  • Wettkampftag: Das Frühstück erfolgt 3-4 Stunden vor dem Start und besteht aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten wie Toast mit Honig oder einer Banane.

Warum Ihr Magen im Wettkampf rebelliert: Der große Test der Sport-Gels und Riegel für empfindliche Athleten

Seitenstechen, Blähungen, Übelkeit – Magen-Darm-Probleme sind der häufigste Grund für ein vorzeitiges Ende eines Wettkampfs. Die Ursache liegt oft in einer ungetesteten oder falsch dosierten Verpflegungsstrategie. Während der intensiven Belastung wird die Blutversorgung des Verdauungstrakts um bis zu 80 % reduziert, was die Fähigkeit zur Nährstoffaufnahme stark einschränkt. Alles, was Sie in diesem Zustand zu sich nehmen, muss extrem leicht verdaulich sein. Das Mantra lautet: „Nichts Neues am Wettkampftag!“

Die Wissenschaft liefert klare Richtwerte: Eine Aufnahme von 60-80 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde gilt für die meisten Athleten als optimaler Korridor. Mengen darüber hinaus können das System überlasten. Eine Studie mit deutschen Marathonläufern hat gezeigt, dass die Verträglichkeit stark von der Zusammensetzung der Produkte abhängt. Gels, die auf einem Mix aus Glukose/Maltodextrin und Fruktose basieren, nutzen unterschiedliche Transportwege im Darm und können so eine höhere Gesamtaufnahme bei besserer Verträglichkeit ermöglichen als Produkte mit nur einer Zuckerart.

Die individuelle Toleranz ist jedoch sehr unterschiedlich. Deshalb ist ein systematisches Magen-Darm-Training unerlässlich. Dabei gewöhnen Sie Ihren Verdauungstrakt im Training schrittweise an die Art und Menge der Verpflegung, die Sie im Wettkampf verwenden möchten. Sie testen verschiedene Marken (z.B. PowerGel, Sponser, Maurten), alternative Energiequellen wie Frucht-Quetschies aus der Drogerie (DM, Rossmann) oder Datteln und dokumentieren akribisch die Reaktionen Ihres Körpers. Nur so können Sie eine narrensichere Strategie entwickeln, die Sie sicher ins Ziel bringt.

Ihr Fahrplan zur Gel-Verträglichkeit: Das 4-Wochen-Testprotokoll

  1. Woche 1 (Grundlagentraining): Testen Sie bei lockeren Läufen verschiedene Gel-Marken. Nehmen Sie ein Gel alle 45 Minuten und notieren Sie erste Eindrücke zu Geschmack und Gefühl.
  2. Woche 2 (Aufbautraining): Variieren Sie die Zuckerarten. Testen Sie ein Maltodextrin-basiertes Gel an einem Tag und ein Fruktose-haltiges (z.B. Frucht-Quetschie) an einem anderen. Notieren Sie jegliche Magenreaktionen.
  3. Woche 3 (Intensität): Simulieren Sie Wettkampftempo in einer langen Einheit. Nehmen Sie Ihr favorisiertes Gel alle 20-30 Minuten. Funktioniert die Aufnahme auch bei hoher Herzfrequenz?
  4. Woche 4 (Tapering): Führen Sie einen finalen Testlauf mit Ihrer exakten Wettkampf-Verpflegungsstrategie durch (gleiche Produkte, gleiche Zeitabstände). Dokumentieren Sie Zeitpunkt, Menge, Magenreaktion und Ihr Energielevel auf einer Skala von 1-10.
  5. Plan festlegen: Werten Sie Ihre Notizen aus. Legen Sie Ihre finale Produktwahl, die Menge pro Stunde und die exakten Zeitpunkte der Einnahme für den Wettkampftag fest.

Das 30-Minuten-Fenster: Wie Sie mit dem richtigen Snack nach dem Training Ihre Regeneration verdoppeln

Das Training endet nicht mit dem letzten Schritt oder der letzten Kurbelumdrehung. Die entscheidende Phase der Anpassung und des Leistungszuwachses findet danach statt: in der Regeneration. Direkt nach einer intensiven Belastung ist Ihr Körper wie ein trockener Schwamm, bereit, Nährstoffe aufzusaugen, um die entleerten Glykogenspeicher wieder aufzufüllen und die beanspruchte Muskulatur zu reparieren. Dieses sogenannte „metabolische Fenster“ ist in den ersten 30-60 Minuten nach dem Training am weitesten geöffnet.

Wer dieses Fenster optimal nutzt, kann seine Regenerationszeit erheblich verkürzen und ist schneller wieder für die nächste Einheit bereit. Die wissenschaftliche Evidenz ist hier eindeutig: Studien zeigen ein optimales Kohlenhydrat-zu-Protein-Verhältnis von 3:1 bis 4:1 für die Regeneration nach Ausdauerbelastungen. Die Kohlenhydrate sorgen für eine schnelle Wiederauffüllung der Energiereserven, während das Protein die notwendigen Bausteine für die Reparatur von Mikroverletzungen in den Muskeln liefert.

Man muss dafür nicht auf teure Spezialprodukte zurückgreifen. Eine Analyse der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass ein simples, in Deutschland überall verfügbares Lebensmittel ein idealer Regenerations-Champion ist: Kakao mit fettarmer Milch. Er bietet genau dieses ideale Nährstoffverhältnis. Eine selbstgemachte Bananenmilch aus 250 ml fettarmer Milch und einer Banane ist eine ebenso effektive und günstige Alternative. Der Vorteil dieser flüssigen Snacks: Sie sind leicht verdaulich und transportieren die Nährstoffe schnell dorthin, wo sie gebraucht werden. Eine feste Mahlzeit sollte dann innerhalb von zwei Stunden folgen, um die Regeneration nachhaltig zu unterstützen.

Der Coach am Handgelenk: Wie Smartwatches und Fitness-Tracker Ihre Gesundheit positiv beeinflussen können

Moderne Sportuhren sind weit mehr als nur Zeitmesser oder GPS-Geräte. Sie sind zu leistungsfähigen Analyse-Tools geworden, die wertvolle Daten für die Steuerung Ihrer Ernährungsperiodisierung liefern können. Indem Sie die von Ihrer Uhr gesammelten Metriken richtig interpretieren, können Sie Ihre Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme noch präziser auf Ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen und so die Lücke zwischen allgemeiner Empfehlung und persönlicher Physiologie schließen.

Eine der wertvollsten, aber oft ignorierten Funktionen ist die Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV). Ein niedriger HRV-Wert am Morgen ist ein klares Signal für erhöhten physiologischen Stress und unvollständige Erholung. An solchen Tagen können Sie Ihre Ernährung gezielt anpassen, indem Sie entzündungshemmende Lebensmittel (z. B. Omega-3-reiche Fische, Nüsse) bevorzugen und die Kohlenhydratzufuhr leicht erhöhen, um dem Körper mehr Energie für die Regeneration zur Verfügung zu stellen. Ebenso können Sie über Wiegetests vor und nach dem Training in Kombination mit dem Tracking Ihrer Trinkmenge Ihre individuelle Schweißrate ermitteln – die Grundlage für eine maßgeschneiderte Hydrationsstrategie.

Die Synchronisation Ihrer Uhr mit Ernährungs-Apps wie MyFitnessPal ermöglicht zudem ein exaktes Tracking Ihrer Energiebilanz. So sehen Sie auf einen Blick, ob Ihre Kalorienzufuhr dem tatsächlichen Verbrauch entspricht. Der folgende Überblick zeigt, welche aktuellen Modelle in Deutschland beliebte Funktionen für Ausdauersportler bieten:

Smartwatch-Modelle für Ausdauersportler im Vergleich 2024
Modell HRV-Messung Schweißverlust-Schätzung Ernährungs-Apps Preis (€)
Garmin Forerunner 965 Ja, täglich Ja, mit Algorithmus MyFitnessPal, Cronometer 650
Polar Vantage V3 Ja, Nightly Recharge Indirekt über FuelWise Polar Flow 600
Apple Watch Ultra 2 Ja, mit Apps Nein Alle iOS Apps 899

Die 10-Minuten-Revolution: Warum kurze Trainingseinheiten oft effektiver sind als eine Stunde im Fitnessstudio

Im Streben nach mehr Leistung neigen viele Athleten dazu, zu denken, dass „mehr“ immer „besser“ ist. Doch gerade für zeitlich eingeschränkte Sportler kann der Schlüssel in kurzen, hochwirksamen Einheiten liegen. Ein gezielter 10-Minuten-Block kann, richtig platziert, einen größeren Trainingseffekt haben als eine ziellose Stunde. Dies gilt nicht nur für das Training selbst, sondern auch für die Aktivierung des Stoffwechsels und die Vorbereitung des Körpers auf die eigentliche Belastung.

Ein faszinierendes Beispiel ist das Konzept des „Metabolic Primer“. Eine Studie hat gezeigt, dass 10 Minuten hochintensives Seilspringen oder eine ähnliche Aktivität vor einem langen, langsamen Nüchternlauf die Fettverbrennung signifikant steigern kann. Dieser kurze, intensive Reiz kurbelt die mitochondriale Aktivität an und verbessert die Fettoxidation während der anschließenden Ausdauereinheit um bis zu 20 %. Sie trainieren also nicht nur Ihre Ausdauer, sondern auch Ihre metabolische Flexibilität – die Fähigkeit, effizient Fett als Treibstoff zu nutzen.

Solche kurzen Einheiten dienen auch als perfekte Aktivierungsroutine vor jeder Trainingseinheit, um den Körper auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten und das Verletzungsrisiko zu minimieren. Anstatt kalt loszulaufen, investieren Sie 10 Minuten in eine strukturierte Routine. Dies verbessert die neuromuskuläre Ansteuerung und sorgt dafür, dass Sie von der ersten Minute an effizienter laufen oder Rad fahren.

  • 2 Min Dynamisches Aufwärmen: Beinschwünge vorwärts/seitwärts, große Armkreise, Hüftkreisen.
  • 2 Min Rumpfaktivierung: Plank, seitlicher Plank, Russian Twists ohne Gewicht.
  • 2 Min Lauf-ABC: Kniehebelauf, Anfersen und Skippings auf der Stelle zur Verbesserung der Koordination.
  • 2 Min Plyometrie: Leichte Sprünge (z.B. Sprunggelenksprünge), dynamische Ausfallschritte.
  • 2 Min Cool-down & Fokus: Lockeres Gehen, bewusste tiefe Atmung zur mentalen Vorbereitung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ernährungsperiodisierung ist der Schlüssel: Passen Sie Ihre Ernährung täglich an Ihre Belastung an, anstatt einer starren Diät zu folgen.
  • Hydration ist eine Balance: Vermeiden Sie Überwässerung, indem Sie auf Elektrolyte (insb. Natrium) achten und Ihre Trinkstrategie im Training testen.
  • Testen schlägt Raten: Entwickeln Sie durch systematisches Training Ihres Magen-Darm-Trakts eine narrensichere Wettkampfverpflegung.

Fitness für Faule und Vielbeschäftigte: Der ultimative Plan für mehr Bewegung und mentale Stärke ohne Fitnessstudio

Der größte Feind des ambitionierten Hobby-Athleten ist oft nicht der innere Schweinehund, sondern der volle Terminkalender. Zwischen Beruf, Familie und sozialen Verpflichtungen scheint die Zeit für aufwendiges Training und stundenlanges Kochen zu fehlen. Doch der Ansatz, Effizienz über Volumen zu stellen, gilt nicht nur für das Training, sondern auch für die Ernährung. Ein durchdachtes Meal-Prep-System ist die Lösung, um auch in stressigen Wochen eine hochwertige Sporternährung sicherzustellen.

Indem Sie sich am Sonntag eine Stunde Zeit nehmen, können Sie die Grundlage für die ganze Woche legen. Es geht nicht darum, komplette Gerichte vorzukochen, sondern smarte Komponenten vorzubereiten, die sich schnell kombinieren lassen. Dies spart nicht nur täglich Zeit, sondern verhindert auch den Griff zu ungesunden, schnellen Alternativen, wenn der Hunger kommt. Ein 15-Minuten-System kann bereits einen enormen Unterschied machen und die mentale Last der täglichen Essensplanung reduzieren.

  • Overnight Oats in Gläsern: 5 Gläser mit Haferflocken, Chiasamen und Proteinpulver füllen. Abends nur noch mit Milch oder Wasser aufgießen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  • Smoothie-Packs einfrieren: Portionierte Beutel mit Spinat, Beeren, Banane und Ingwer vorbereiten. Morgens nur noch in den Mixer geben.
  • Energy Balls rollen: Eine große Menge aus Datteln, Nüssen und Kakao vorbereiten. Sie sind der perfekte Snack vor dem Training oder für unterwegs.
  • Basis-Kohlenhydrate kochen: Eine große Portion Reis oder Quinoa kochen. Im Kühlschrank hält sie sich 3-4 Tage und dient als schnelle Grundlage für Mahlzeiten.
Bewegungssnacks im Büroalltag fördern die Regeneration zwischen Trainingseinheiten

Diese Effizienz im Kleinen, kombiniert mit kurzen „Bewegungssnacks“ im Alltag – wie Treppensteigen statt Aufzug oder Wadenheben am Schreibtisch – schafft eine Grundlage für konstante Bewegung und mentale Stärke. Es beweist, dass ein leistungsfördernder Lebensstil keine Frage von endloser Zeit, sondern von intelligenten Systemen ist.

Beginnen Sie noch heute damit, diese systematischen Ansätze in Ihren Alltag zu integrieren. Behandeln Sie Ihre Ernährung mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie Ihr Training, und Sie werden das Plateau durchbrechen und Ihre persönliche Bestzeit knacken.

Geschrieben von Lena Richter, Dr. Lena Richter ist eine promovierte Ökotrophologin aus dem Raum München mit 15 Jahren Erfahrung in der Ernährungsforschung und -beratung. Ihr Schwerpunkt ist die evidenzbasierte Sporternährung und die Begleitung bei spezifischen Ernährungsformen wie dem Veganismus.